Förderung von Schnellbuslinien

Mit der Novelle des ÖPNV-Gesetzes ist die Möglichkeit geschaffen worden, regionale Schnellbuslinien fördern zu lassen. Der Zweckverband Nahverkehr Rheinland hat beschlossen, Busverkehrsleistungen auf regionalen Schnellbuslinien zur Ergänzung des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV)-Netzes zu fördern. Hierzu werden jährlich bis zu 3,3 Mio € zur Verfügung gestellt. Gefördert werden lediglich Betriebskosten i.H.v. pauschal 0,75 € pro Fahrplankilometer. Investitionen sind nicht förderfähig. Dieses Förderprogramm gilt für die Jahre 2020 bis 2032.

Die regionale Schnellbuslinie muss u.a. eine Mindest-Durchschnittsgeschwindigkeit von 32,5 km/h sicherstellen. Ebenfalls muss ein 60-Minuten-Mindesttakt von montags bis freitags  von 5 Uhr bis 21 Uhr und samstags von 9 Uhr bis 21 Uhr sowie sonntags ein 120-Minuten-Takt innerhalb  individuell festzulegender Zeiten sichergestellt werden. Dieser Mindesttakt kann werktags auf ein halbstündiges Angebot und sonntags auf einen Stundentakt erweitert werden.

Die eingesetzten Busse dürfen bei Maßnahmenbeginn maximal sechs Monate alt, müssen barrierefrei (Niederflur-Fahrzeuge mit entsprechender Rampe) und klimatisiert sein. Ein kostenloser W-LAN-Zugang ist vorzusehen und alle Sitzgruppen mit USB-Steckdosen auszustatten. Ebenfalls ist in den Fahrzeugen eine Videoüberwachung vorzusehen.

Die SB 63 Aachen-Roetgen-Simmerath wäre grundsätzlich förderfähig wie auch die SB 66 Aachen-Roetgen-Monschau.

Eine Schnellbusförderung der SB63 (Aachen- Roetgen – Simmerath) verursacht folgende grob geschätzte Mehrkosten für die Gemeinde Simmerath:

Mehrbelastung durch Fahrplankilometer jährlich:              

ca.
55.000 €

Verpflichtende Ausgestaltung des Bushofes in eine Mobilstation (An diesen Stationen sollen verschiedene Mobilitätsformen und Serviceangebote gebündelt werden bspw. Wo ist das nächste Bike-Sharing-Angebot?, Wo kann man Autos mieten?, Wo ist der nächste Supermarkt, bzw. Kiosk?...):

ca.
35.000 €

zuzüglich der Investitionskosten eines Blindenleitsystems: mind. 30.000 €
Mindestkosten:                                            ca. 120.000 €

 

Die Schnellbusverbindung SB63 nach Simmerath wurde durch die Intensivierung im Dezember 2017 sehr aufgewertet. Eine größere Nachfrage nach einer noch besseren bzw. schnelleren Anbindung nach Aachen ist auch derzeit nicht gegeben. Die Anbindung der einzelnen Ortschaften in der Gemeinde Simmerath an den Bushof Simmerath muss nach verwaltungsseitiger Ansicht vorrangig verbessert werden.

Die tägliche Stausituation auf der Monschauer Straße wird sich für den EXPRESS-Bus nicht anders darstellen. Auch dieser EXPRESS-Bus wird dort im Stau stehen und nicht schneller nach Aachen gelangen.

Die Gemeinde Simmerath investiert bereits jetzt jährlich über 840.000 € in den allgemeinen ÖPNV.

Bürgermeister Hermanns stellt klar, dass für ihn die mit dem Expressbus verbundenen Mehrkosten von zunächst (grob geschätzt) mindestens 120.000 € im Vergleich zur angestrebten Verbesserung des Beförderungsangebotes aus den umliegenden Ortschaften (insbesondere aus dem Rurtal) zum Bushof Simmerath eine derzeit nicht bezahlbare Luxusleistung darstellt. Für ihn sind die Leistungen des Expressbusses (wie WLAN, Klimatisierung etc. und zusätzliche Fahrten) nach Aachen nicht grundsätzlich unnötiger Luxus, sondern wünchenswert. Nur hat für ihn derzeit die Anbindung der einzelnen Ortschaften an den Zentralort Simmerath Priorität vor dem Expressbus.

Bis zum Herbst diesen Jahres soll seitens der ASEAG ein Gesamtkonzept zur Verbesserung des ÖPNV-Angebotes erarbeitet werden.

Bei diesem Konzept ist eine mögliche Einführung eines oder mehrerer NetLiner mit zu berücksichtigen. Auch eine Förderung der SB63 sollte in dieses Konzept mit einfließen.

Bis jeweils zum 31.03. in den nächsten Jahren ist es möglich, einen Antrag zur Förderung einer Schnellbuslinie beim Zweckverband Nahverkehr Rheinland einzureichen. Somit könnte grundsätzlich auch in den Folgejahren noch ein Antrag auf Förderung der Busverkehrsleistung der SB 63 gestellt werden.

Über künftige zusätzliche Fahrgastangebote wird der Struktur- und Hochbauausschuss nach Vorlage des endgültigen Gesamtkonzeptes im September/Oktober 2020 eine Entscheidung treffen.

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