Strukturelle Neuausrichtung des Tourismus

Seit längerer Zeit wird an der strukturellen Neuausrichtung der touristischen Organisation in den südlichen Teilen der StädteRegion Aachen und des Kreises Düren gearbeitet. In das Vorhaben involviert sind neben den beiden genannten Kreisen die Kommunen Heimbach, Hürtgenwald, Kreuzau, Monschau, Nideggen, Roetgen, Simmerath und Stolberg. In der letzten Sitzung des Struktur- und Hochbauausschusses wurde zum Stand der Dinge informiert.

Hintergrund der Bemühungen um eine Bündelung der touristischen Arbeit ist das Wissen um die große wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus für die Region und dessen starke Relevanz im Zusammenhang mit der Attraktivität als Lebens- und Arbeitsraum.


Die derzeitige Situation

Aktuell zeigt sich eine sehr zersplitterte Organisationsstruktur und es bestehen mit dem Monschauer Land Touristik e.V., dem Rureifel Tourismus e.V., der Monschau-Touristik GmbH, der Rursee-Touristik GmbH, dem Roetgen-Touristik e.V. sowie der Stolberg Touristik insgesamt sechs touristische Organisationen, welche innerhalb derselben Region parallel gleiche Aufgaben übernehmen. In all diesen Einheiten wird beraten, gebucht und geplant, in all diesen Einheiten wird Marketing für die jeweils administrativ abgegrenzte Zuständigkeit betrieben.
Im Ergebnis präsentiert sich die Region dadurch auf insgesamt sechs Internetseiten, fünf Facebook- und vier Instagram-Accounts sowie mit einer Vielzahl von Prospekten und Katalogen in den unterschiedlichsten Layouts.


Demgegenüber entscheiden sich Gäste nicht für eine administrative Gebietseinheit, sondern für eine Tourismusdestination, welche aufgrund ihrer Freizeit- und Übernachtungsangebote den persönlichen Ansprüchen entspricht.

Die aktuelle, kleinteilige Organisationsstruktur verhindert durch die Parallelarbeit jedoch nicht nur eine angemessene Wahrnehmbarkeit in der Konkurrenz zu anderen touristischen Destinationen, sondern auch einen effizienten Einsatz der zur Verfügung stehenden Finanzmittel und des zur Verfügung stehenden Personals.


Die angestrebte Neuausrichtung

Daher haben sich die genannten acht Kommunen und zwei Kreise mit ihren touristischen Organisationen auf den Weg gemacht, aus dem bislang praktizierten punktuellen Kooperieren eine stabile gemeinsame Arbeit im Destinations-management entstehen zu lassen.

Der gemeinsame Prozess gliedert sich in drei Teilbereiche, die wie Zahnräder ineinandergreifen und deren Ergebnisse in den jeweiligen Fortgang einfließen:

Dachmarkenprozess
Im Sinne der Markenbildung und -stärkung sollen alle Aktivitäten der verschiedenen Gebietskörperschaften einen und nicht mehrere Destinationsbegriffe unterstützen. In der Umsetzung sollte sich dies darin widerspiegeln, dass alle tourismusrelevanten Publikationen optisch und sofort als Bestandteil einer Destination erkennbar sind.
Vertreter*innen der touristischen Organisationen und aus den Verwaltungen bringen sich mit fachlicher Unterstützung einer Creative-Consulting-Agentur in einen mehrstufigen Workshopprozess ein. Hier werden sowohl das künftige Selbst- als auch das Fremdbild erörtert und anschließend das Profil, die Positionierung der Marke, der Claim und das Designkonzept erarbeitet. Klares Ziel ist es, gemeinsam ein wirksames Marketing zu betreiben, um hiermit mehr Werbedruck zu erzeugen und damit die Region auf ein neues Niveau der Wahrnehmung als Tourismusregion zu heben.

Organisationsstrategie
Im Rahmen eines mehrstufigen Werkstattprozesses mit regionaler Beteiligung (Leistungsträger, Touristiker, Verwaltung) und unter Federführung einer Agentur für Tourismus- und Regionalberatung, werden mögliche Strukturen für einen zukünftigen gemeinsamen Weg erarbeitet. Nach der abgeschlossenen Analysephase der aktuellen Gegebenheiten, werden die gewonnenen Erkenntnisse unter Einbeziehung der Ergebnisse aus dem Dachmarkenprozess diskutiert und konkretisiert. Dabei werden sowohl die lokalen Besonderheiten berücksichtigt, als auch die künftigen Aufgaben und Herausforderungen betrachtet und es wird untersucht, inwieweit diese künftig zentralen oder dezentralen Strukturen zugeordnet werden können. Hierüber werden auch die finanziellen Aspekte beleuchtet und zukünftigen Bedarfe ermittelt, um eine stabile Organisation und zukunftsfähige Struktur gewährleisten zu können.

Teambuildingprozess
Tourismus lebt von Authentizität und diese muss auch von den Akteuren einer Tourismusdestination ausgestrahlt werden, um ihre Wirkung zu entfalten. Daher sind sämtliche Mitarbeitenden der bestehenden touristischen Organisationen in einen Teambuildingprozess eingebunden, der fachlich durch eine Personalberatungsagentur begleitet wird. Hierbei werden auch die Stärken der einzelnen Personen ausgelotet und eruiert, welche Aufgaben sie in einer neuen Struktur übernehmen können. Unter dieser Prämisse und unter Berücksichtigung der Ergebnisse aus dem Dachmarkenprozess und der Organisationsstrategie soll erwirkt werden, dass sie in arbeitsteiliger Verantwortung das gemeinsame Ziel erreichen.


Die vergangenen Monate der vertieften inhaltlichen Auseinandersetzung haben gezeigt, dass die Bereitschaft bei allen Beteiligten sehr groß ist, sich für eine stärkere touristische Region und deren gemeinsame Vermarktung einzusetzen.

So sind auch die Gemeindeverwaltung sowie die Rursee-Touristik GmbH konsequent aktiv in diesen Prozess eingebunden und von der Relevanz einer zukunftsfähigen, gemeinsam getragenen Ausrichtung der Tourismusregion und den hiermit verbundenen Mehrwerten überzeugt. Entsprechend wird die Initiative zur Entwicklung einer strukturellen Neuausrichtung der touristischen Organisation in der südlichen StädteRegion Aachen und dem südlichen Kreis Düren seitens der Verwaltung sehr begrüßt.


Es ist vorgesehen, die Ergebnisse der drei o.g. Teilprozesse im Rahmen eines gemeinsamen Termins unter Beteiligung der relevanten kommunalen und Kreisvertreter gebündelt vorzustellen, da die Teilprozesse aufeinander aufbauen und nur gemeinsam ein vollständiges Bild ergeben. Im Anschluss können die Beratungen und Beschlussfassungen in den zuständigen Ausschüssen und Räten stattfinden.

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