Bürgermeister Bernd Goffart wird zum zweiten stellvertretenden Vorsitzenden des kommunalen Waldbesitzerverbandes gewählt


v. l. n. r.: Bernd Düsterdiek (Geschäftsführer des Gemeindewaldbesitzerverbandes NRW e.V., kurz: WBV NRW), Bürgermeister Bernd Goffart (2. stv. Vorsitzender WBV NRW e.V.), Christoph Ewers (Vorsitzender WBV NRW e.V.), Dr. André Brandt (Kreis Paderborn, Verbandsvorsteher Gemeindeforstamtsverband Willebadessen), Silke Gorißen (Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW), Jörg Düning (Gast - 1. stv. Vorsitzender WBV NRW e.V. und Verbandsvorsteher Landesverband Lippe, Lemgo), Ute Kreienmeier (stv. Geschäftsführerin WBV NRW e.V.), Christian Haase (Präsident Deutscher Forstwirtschaftsrat)

Der Vorstand des Verbandes setzt sich aus Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, Leiterinnen und Leitern kommunaler Forstbetriebe sowie Forstabteilungen von Großstädten und Verbänden zusammen. Er bündelt damit umfassende kommunale, fachliche und politische Kompetenz aus der forstlichen Praxis.

Dr. André Brandt, Verbandsvorsteher des Gemeindeforstamtsverbands Willebadessen und Dezernent des Kreises Paderborn, begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Kreishaus Paderborn und betonte: „Unsere Wälder stehen vor großen Herausforderungen: Neben dem Klimawandel wächst der gesellschaftliche Druck durch individuelle Ansprüche. Der Ausgleich von Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion bleibt Aufgabe der nachhaltigen Forstwirtschaft. Fachlicher Austausch, Zusammenarbeit im Verband und Dialog mit der Landespolitik sind dabei entscheidend. Der Gemeindewaldbesitzerverband leistet hier seit Jahren unverzichtbare Arbeit als Interessenvertretung und fachliche Plattform.“

Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, Silke Gorißen: „Klimastabile, starke Wälder gehören zum nachhaltigen Erbe, das wir unseren Kindern und Enkeln hinterlassen. Deshalb ist es gut und wichtig, dass auch in 2026 Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern auf die Unterstützung des Landes zählen können. Wir stellen Fördermittel in Höhe von über 15 Millionen Euro mit einem Schwerpunkt in der Wiederbewaldung bereit.“

Zugleich verabschiedete der Verband mehrere langjährige Vorstandsmitglieder. Der Vorsitzende dankte ihnen für ihr großes persönliches Engagement sowie für die vertrauensvolle und verlässliche Zusammenarbeit über viele Jahre hinweg. Neue Mitglieder wurden in den Vorstand gewählt und werden die Verbandsarbeit künftig aktiv mitgestalten, darunter auch Simmeraths Bürgermeister Bernd Goffart.

In seinem Bericht verwies der Vorsitzende auf die erfolgreiche Arbeit des Verbandes und auf die wachsenden Herausforderungen für den Kommunalwald im Klimawandel. Extremwetterereignisse, Dürre, Schädlingsbefall und steigende gesellschaftliche Anforde-rungen stellten die kommunalen Waldbesitzer vor enorme fachliche, organisatorische und finanzielle Aufgaben. Umso wichtiger seien eine verlässliche politische Unterstützung, auskömmliche Förderstrukturen und vor allem praktikable Rahmenbedingungen. Der Vorsitzende machte deutlich, dass nachhaltige Waldbewirtschaftung im Klimawandel nur mit den Kommunen gelingen könne – nicht gegen sie. Kommunalwald sei kein abstrakter Besitz, sondern Bürgerwald: Er sichere Klimaschutz, Biodiversität, regionale Wertschöpfung, Erholung und Daseinsvorsorge vor Ort. Dafür brauche es weniger Bürokratie, weniger Detailvorgaben und mehr Vertrauen in kommunale Verantwortung.

Mit Blick auf zahlreiche Gesetzes- und Verordnungsinitiativen auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene formulierte der Vorsitzende einen klaren Appell: „Schreibt uns weniger vor. Lasst uns vor Ort unsere Verantwortung selbstbestimmt und an den örtlichen Verhältnissen orientiert wahrnehmen. Die Stadt- und Gemeinderäte wissen, was ihrem Wald guttut.“

Alles, was auf kommunaler Ebene entschieden werden könne, solle auch dort entschieden werden. Pauschale Regelungen, zusätzliche Berichtspflichten und immer neue Einschränkungen erschwerten eine flexible, an den Standort angepasste Waldbewirtschaftung und behinderten notwendige Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel.

Der kommunale Waldbesitzerverband vertrete keine Partikularinteressen, sondern übernehme Verantwortung für Gemeinwohl, kommende Generationen und den Erhalt stabiler Wälder. Deshalb müsse die Stimme der kommunalen Waldbesitzer bei der Ausgestaltung von Gesetzen, Verordnungen und Förderprogrammen stärker berücksichtigt werden. Forstpolitik müsse gemeinsam mit den Kommunen gestaltet werden – praxis-nah, finanzierbar und mit klarer Zielorientierung. „Kommunalwald ist Bürgerwald. Seine nachhaltige Bewirtschaftung ist ein zentraler Beitrag zum Klimaschutz – und verdient volle politische Unterstützung“, so Ewers.

Was ist der Gemeindewaldbesitzerverband NRW e. V.?
Sprachrohr der kommunalen Waldbesitzerfamilie
Der Gemeindewaldbesitzerverband NRW ist das Sprachrohr der kommunalen Waldbesitzerfamilie. Im Verband sind mit 150 Mitgliedern nahezu alle waldbesitzenden Städte, Gemeinden; Körperschaften und auch Kirchengemeinden in Nordrhein-Westfalen organisiert. Dazu zählt die kleinste Gemeinde Nordrhein-Westfalens, Dahlem in der Eifel, und der größte kommunale Waldbesitzer Deutschlands, die Stadt Brilon, der Landesverband Lippe, der RVR Ruhr Grün, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe, viele kleinere und mittlere Gemeinden in den ländlichen Regionen und auch große Städte wie Köln, die Landeshauptstadt Düsseldorf und die Bun-desstadt Bonn.

Kontakt

Frau Ute Kreienmeier

Stellv. Geschäftsführerin

Gemeindewaldbesitzerverband NRW

+49 171 9533684